*Seufz* - es ist schon wieder ein Weilchen her seit meinem letzten Blog post, ich weiss, ich weiss. Irgendwie habe ich in letzter Zeit nicht wirklich die Worte für meine Erlebnisse gefunden und bin auch jetzt noch nicht wirklich in den Schreibfluss gekommen. (?) Ach ja, egal. Ich denke, ihr seit auch mit chronologisch geordneten Episoden zufrieden, ja?
01.10.12: Royal Melbourne Show - quasi die BEA von Melbourne. Ich ging mit Leah (meine Arbeitskollegin) zur völlig überteuerten Show ($32 nur für den Eintritt), wo wir uns mit gebratenen Maiskolben von der Menschenmenge entspannten, einem Schaf zusahen wie es seine Wolle wegbekommt, einen Tortenwettbewerb begutachteten und uns einen ebenfalls eher teuren "Showbag" beglückten. Alles in allem sehr spassig, aber definitiv über meinem normalen Budget!
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Am gleichen Abend stiegen wir in einen Reisebus (ehrlich gesagt schlechterer Qualität als so mancher Bus in Peru) und machten uns auf den Weg nach Adelaide.
02.-04.10.12: Adelaide - Nach einer eher unangenehmen,kalten, von "Schnarchgeräuschen" begleiteten Nacht im Bus kamen wir am frühen Morgen in Adelaide an. Auf dem Weg vom Bus Terminal zum Bahnhof machten wir Bekanntschaft mit einer netten Frau, die uns helfen wollte. Allerdings übertrieb sie ein klein wenig mit ihrer Hilfsbereitschaft als sie. nachdem sie uns schon die Tickets organisiert hatte, den Zugführer bat auf uns aufzupassen während der Fahrt. Wir schafften es dann auch ohne die Hilfe des Kondis an der richtigen Haltestelle aus zu steigen, wo wir auch schon von Kate (einer Freundin von allen hier...;) ) erwartet wurden. Nachdem wir uns bei ihr einquartiert hatten, fuhren wir wieder zurück in die Stadt um a) uns umzusehen und b) den Tag über aktiv zu bleiben, so dass wir nachts gut schlafen konnten.
Adelaide ist eine hübsche, für australische Verhältnisse eher kleine Stadt. Vieles erinnerte mich an Europa - die Fussgängerzone mit Shoppingmeile anstatt grosse Einkaufscenter, alte Kirchen und Gebäude (Adelaide ist auch bekannt als die Stadt der Kirchen), kleine Parks überall verteilt und natürlich kurze Distanzen.:)
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| Rundle Mall |
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Am nächsten Tag hatte Kate frei und so fuhren wir zusammen von lauter Back Street Boys Musik begleitet ins Barossa Valley zum Glacé essen. Bevor wir unseren Terasseplatz verliessen wollte ich noch kurz ein Foto schiessen von unseren leeren Eisbecherchen mit dem See im Hintergrund, doch einmal kurz nicht aufgepasst und *schwupps* weg sind sie! Wir brauchten eine Weile um zu begreifen, dass das Servicepersonal hier sehr effektiv und unbeobachtet arbeitete. Am Nachmittag wollten wir eigentlich auf den Mount Lofty um dort zu picknicken, doch die fehlenden Strassenschilder machten uns einen Strich durch die Rechnung und so endeten wir am Strand. Voller Sand machten wir uns dann auf den Weg ins Restaurant wo wir Kate's Verlobten Aaron und zwei seiner Freunde trafen. Nach einem billigen, leckeren chinesischen Festessen versuchten wir uns an einem Billiardspiel, wobei das Wort "versuchen" hauptsächlich auf mich zutraf.
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An unserem letzten Tag verbrachten wir den Morgen mit Einladungskarten basteln für Kate's Kitchen Tea (oder Bridal Shower, falls das mehr sagt). Danach nahm uns Aaron mit nach Hahndorf, die erste deutsche Siedlung in Australien. Hahndorf ist ein hübsches kleines, aber sehr touristisches Dorf. Ausserdem scheinen die Inhaber der vielen Souvenirläden den Unterschied zwischen deutsch, österreichisch, schweizerisch und russisch nicht wirklich zu kennen. So stehen zum Beispiel Heidi und Babuschka beide unter dem Schild "German puppets". :) Nach diesem kleinen Ausflug war es dann für Leah und mich auch wieder Zeit erneut in einen unbequemen Bus zu steigen und uns wieder auf den Weg nach Melbourne zu machen, dieses Mal allerdings mit Schlaftabletten...
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| Kate's Kitchen Tea invitations |
13.-15.10.12: Sydney - Nachdem ich mir am Morgen den Magen an Sally's Geburtstagsbrunch gefüllt hatte, stieg ich nachmittags um halb vier in einen kleinen Jetstar-Flieger und stieg eineinhalb Stunden später in Sydney wieder aus. In meinem Hostel angekommen machte ich dann auch schon indirekt Bekanntschaft mit dem Drama des Monats. Es (respektive sie - überraschender Weise war das Drama weiblich...) lag schlafend auf dem Bett, die dreckigen Füsse lugten unter der Decke hervor und das iPhone daneben spielte ungeniert laute Rockmusik. Dieser Zustand änderte sich nicht bis die Uhr 23:00 schlug. Plötzlich erhob sich das Drama, schmiss Schimpfwörter durch den Raum und verschwand. Der Rest der Nacht verlief problemlos und auch der nächste Tag liess mir die Gelegenheit mich mehrheitlich mit Touristenattraktionen zu beschäftigen. So spazierte ich also morgens um 9 zum Hafen, schlenderte über den Markt im "the Rocks" Quartier, überquerte munter die Harbour Bridge, schlenderte erneut über einen Markt, verdrückte ein Sandwich, berührte das Opera House und machte mich schlussendlich mit der Fähre auf den Weg nach Manly Beach, wo ich mir eine Mövenpick Glace gönnte. Die Sonne schien, das Leben war gemütlich und Sorgen machte ich mir soweit keine.
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Das änderte sich allerdings abends im Hostel: das Drama war bereit für Runde zwei. In unserem 8-Bett Zimmer hatten es sich alle für die Nacht gemütlich gemacht. Mit unter den Zimmergenossen war auch eine ältere Frau, welche eine Vorliebe dafür hatte sich in Gespräche einzumischen und das Thema in Richtung Religion zu wechseln und zwischendurch vor lauter Freude über unser Zugwagon-zimmer mit einem "tschu-tschuu" die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen . Das Drama war also dabei seine sieben Sachen in sein Schliessfach zu räumen, als eine Zimmergenossin, die neben ihm stand aufstand und das Zimmer verliess. Urplötzlich sprudelten die Schimpfwörter aus dem Drama und das ganze Zimmer verwandelte sich in eine Höhle von Räubern und Lügnern - das Drama fand sein Schloss nicht mehr. Madame Tschu-tschu sah ihre Gelegenheit das Drama zu bekehren und begann sogleich mit ihrer Überzeugungsarbeit. Das Drama wehrte sich, musste sich aber knapp zwei Stunden später geschlagen geben, als es von Madame Tschu-tschu einen göttlichen Kuss auf die Wange bekam und das Schloss wie durch Magie in Drama's Schuh wieder auftauchten. Das Zimmer verwandelte sich wieder in hilfsbereite, ehrliche Menschen und die Schlafenszeit begann. Sie wurde auch nur durch einen kurzen Dialog des Dramas und Madame Tschu-tschu um zwei Uhr morgens unterbrochen...
Drama: "Daaaad! Daaaaaad!! Where are you? Daaaad!"
Madame Tschu-tschu: "Heavenly Father, you are right here! I can see you, Father in Heaven!"
Nachdem ich mich von meinem Lachanfall wieder beruhigt hatte und doch noch ein paar Stunden Schlaf fand, wachte ich in einem Drama und Tschu-tschu freien Zimmer wieder auf. Beim Frühstück diskutierte ich den Vorfall mit meiner Bettnachbarin und begab mich dann wieder in die Stadt. Ich genoss einen Chai Latte in Darling Harbour, fand einen Park, ein paar lustige Läden und verbrachte den Nachmittag mit neuen Freunden im Park.
| Darling Harbour |
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| Unsere Schlafwagon |
Den Rückflug nach Melbourne verbrachte ich neben einer sehr kommunikativen auf der Ostseite Melbourne's lebende Griechin, welche bei meiner Antwort auf ihre Frage nach meinem Wohnort hier nur die Nase rümpfte (die Westseite gilt als die eher ärmere Seite Melbournes), mir dann aber doch eine Praline schenkte und es sich zur Aufgabe gemacht hatte, mich zu unterhalten und nicht zu Schlaf kommen zu lassen.
Mann könnte meinen die Geschichte sei zu Ende, doch der Höhepunkt kommt erst noch. Eine Woche später traf ich Caitlan (meine Bettnachbarin aus Sydney) wieder in Melbourne...angeblich ging das Drama nach meiner Abreise in die dritte und letzte Runde. Das Drama erinnerte sich urplötzlich wieder an die Räuber und Lügner im Zimmer und beschloss ihnen klar zu machen, dass es sich nicht mit Schimpfwörter begnügen würde sondern zu weiteren Waffen greifen würde. Die Räuber und Lügner beschwerten sich an der Rezeption, wo sie über die Identität des Dramas aufgeklärt wurden....Drama: weiblich, um die 30 Jahre alt, drogenabhängig und ohne Reservation für das Bett in dem es schlief! Das Drama wurde schliesslich aus dem Hostel entfernt, blieb aber solange draussen präsent, dass die Räuber und Lügner zu Gefangenen mutierten und das Hostel an diesem Abend nicht mehr verlassen durften...
Da war mir die naserümpfende Griechin dann doch lieber gewesen!
20.10.12: Too busy to take photos - Ein ereignisreicher Samstag mit mikriger Fotoausbeute. Am frühen Morgen traf ich Caitlan in Melbourne um den Queen Victoria Market zu besuche, wo man so ziemlich alles finden kann. Wir schlenderten über den Markt, kauften ein paar Früchte und blieben schlussendlich in einem Weihnachtsladen hängen, dessen glitzernder Inhalt uns fast erblinden liess. Elfen, Trolle, Weihnachtsmänner und Kängurus mit Samichlausenhüten - alles strahlte uns entgegen. So kitschig, dass man es fast kaufen musste oder zumindest fotografieren. :)
Wir konnten uns dann doch beherrschen und verliessen das Weihnachtsparadies. Ich kaufte noch ein paar süsse Babysöckchen, welche ich dann zu meinem nächsten Termin mitnahm. Willow's (die Tochter von Steven Keyte für die, die ihn kennen) erste Geburtstagsparty. Mit Torte und Tee sassen wir im Park und liessen Willow mit der Torte spielen und Geschenkverpackungen kauen.
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Danach gings weiter an die nächste Party. Diesmal eine Verlobungsparty von Freunden. Die Eltern der zukünftigen Braut stammen aus Chile und so kam auch mein Spanisch mal wieder zum Zug und mein Gaume in den Genuss von Empanadas und Alfajores (südamerikanische Teigtaschen und Güetzi). Mit vollen Bäuchen fuhren Joanna und ich dann noch zum letzten Event des Tages, einem gemütlichen Filmabend. Allerdings kamen wir nicht dazu den Film zu beenden...die Äuglein waren dann doch zu schwer.
29.10.12: Eureka Tower - ein letzter Tourimoment im Oktober mit Caitlan. Obwohl uns beiden eigentlich das nötige Kleingeld fehlte wollten wir die Möglichkeit nicht verpassen und "bestiegen" (mit dem Lift) gemeinsam das mit 297m höchste Gebäude der südlichen Halbkugel. Als waschechte Budgetreisende besorgten wir uns im Touristenbüro einen 10% Gutschein und überzeugten den Kassierer, davon uns auch ohne australischen Studentenausweis zum günstigeren Preis einzulassen. Oben angekommen lag uns plötzlich Melbourne zu Füssen. Ein toller Anblick, der natürlich dokumentiert werden musste:
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30.10.12: Proactive Pizza - Wie der Name schon sagt, war Pizza Tag in der Schule. Die "Proactive Pizza" ist ein Model, welches zeigt wie schlechtes Benehmen in der Schule gehandhabt wird. Um das den Kindern und ihren Eltern zu erklären wurden alle zum Pizza essen in die Schule eingeladen. Die meisten Eltern kamen auch nur wegen dem Essen und waren dementsprechend enttäuscht darüber, dass es nur ein Stück pro Person gab...
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Und was habt ihr so gemacht letzten Monat?
Ps:Morgen ist Melbourne Cup Day (ein Pferderennen und Feiertag - ein bisschen verrückt wenn ihr mich fragt...) und wir fahren nach Johanna Beach an der Great Ocean Road! Ah, kleines Wetter update: die Temperaturen der letzten Tage waren so zwischen 28 und 34°C! Schönen Winter euch! ;)















