Freitag, 28. September 2012

Spring has sprung in September

Huuuuhuuuu! 
Nach einigen gescheiterten Anläufe in diesem Monat meine Erlebnisse vermehrt in Worte zu fassen, habe ich mich nun zu einem simplen September update entschieden. Ich versuche also erneut 28 mehr oder weniger ereignisreiche Tage zu rekonstruieren. 

Das erste Wochenende dieses Monats habe ich im Yarra Valley, die Oase  der australischen Weinliebhaber, verbracht. Der Vater einer Freundin hat dort ein Haus mit grossem Garten, Hund, Hühnern und Pferden und hat es uns für das Wochenende zur Verfügung gestellt. Wir verbachten die Tage vor allem mit essen und trinken, sowohl innerhalb des Hauses wie auch ausserhalb. Nachdem unsere Gruppe von vier (Sarah, Rachel, Joanna & ich)  am Freitag auf sieben (+ Mel, John & Tanya) am Samstagmorgen angestiegen war, fuhren wir ins nächste Dorf zum Mittagessen.
Healesville ist ein hübsches, schnusiges Dörfli mit vielen kleinen Läden und einem Second Hand Shop, in welchem sich Tanya ein Gemälde von Luzern für 10 Dollar gönnte.  Das Restaurant war schön, die Pizzas super UND: es gab richtiges, frisches, knuspriges Brot! Ich war begeistert! So sehr, dass ich nicht widerstehen konnte und noch ein ganzes Kilo Brot dazu kaufte (welches ich allerdings erst später und nicht alleine verzehrt habe). Zum Brot brauchten wir natürlich noch Käse, welchen wir im nächsten Dorf besorgen wollten. Allerdings verpassten wird die Ausfahrt und landeten auf einem Weingut. Die Weinliebhaber in unserer Gruppe konnten sich diese Chance nicht entgehen lassen und so blieben wir für ein Weilchen in der Sonne sitzen. Unsere Gruppe wuchs im Verlaufe dieses Nachmittags von sieben auf zwölf Personen, da sich Sally (ihrem Vater gehört das Haus), Josh, Joanne, Will & Rich inklusive Käse zu uns gesellten. Nach ein paar Runden unseres neuen Gedächtnisspiel (möglichst viele Filme pro Buchstaben zu finden) machten wir uns auf den Weg zurück zum Haus. 
Im Auto diskutierten wir über Kängurus und wie schade es doch war, dass ich noch keines gesehen hatte. Plötzlich meinte Joanna, dass es doch lustig wäre, wenn genau in diesem Moment auf einmal ein paar Kängurus aus dem Wald kämen. Kaum ausgesprochen stiess Sarah einen Schrei aus...hier waren sie...eine Horde Kängurus auf dem Hügel neben uns. Filmreif fuhren wir um die Kurve den Hügel hinauf, kletterten über Zäune und rannten den Hügel hinunter. Die Kängurus hüpften davon und wir rannten hinterher bis...*pflätsch*...wir steckten knöchelhoch im Sumpf. 
Nach diesem Abenteuer hatten wir sowie auch meine Kamera keine Energie mehr (deshalb auch keine Fotos vom Haus und der Landschaft :( ). Wir liessen den Abend bei Curry, Brot & Käse, Meringues und Filmen ausklingen. Sonntag war dann auch nur noch Aufräumen und Heimfahren angesagt. 

Hier ein paar Bilder: 
mein Touristenfoto :)

Rachel, John, ich, Mel & Joanna in Healesville

Healesville
Joanna, ich, Rachel & Sarah


die braunen Punkte auf dem Rasen sind Kängurus

Stuck in the mud
 Das zweite Wochenende war Vatertag & Frühlingswetter. Wir (Steve & Zane mit Perle & Jake, Richard mit Kalani & Aston, Mel, Joanna & ich) entschieden uns den Tag im Garten der Werribee Mansion zu verbringen. Mit Picknickkorb, Sonnencreme und Spielsachen ausgerüstet machten wir uns auf den Weg und genossen den Tag in der Sonne. Die Kinder hatten Spass, die Eltern waren entspannt und der Rest freute sich über den langersehnten Frühling. Auch hier ein paar Impressionen: 

Werribee Mansion

The Jo(h)annas

Bubba Jake

Perle & Aston

Kalani

a few Boothby's

Mel & Jake

Life with kids
In der nächsten Woche konnte ich einen Erfolg an der Schule feiern. Vielleicht könnt ihr euch an den Jungen erinnern, der in keiner Weise kommunizieren wollte/konnte? Ich hatte ein paar Karteikärtchen vorbereitet mit verschiedenen Sätzen, Fragen oder Aussagen, welche er sich umhängen kann um damit zu kommunizieren. Nun war der Moment gekommen ihn in den Plan ein zu weihen. Ich war schon nur überrascht, dass er mit mir in den anderen Raum mitkam, reagierte er doch sonst auf nichts. Ich hatte mir die Stunde schon vorgestellt: ich, an einem Tisch, alleine oder eventuell mit ihm, allerdings ohne Reaktion. Doch es kam anders. Der Junge begann sich mit den Karten auszudrücken. Die Freude im Lehrerzimmer war riesig! :) Nun hoffen wir, dass er in den Ferien keine Rückschritte macht...

Das dritte Wochenende verbachte ich bei Steve und Zane. Es war Steve's Geburtstag und ich hatte mich zum Kinderhüten bereit gestellt. Was für Freitagabend geplant war wurde dann auf das ganze Wochenende ausgedehnt. Samstag wollten wir eigentlich zu einem Footy Spiel gehen, doch wir landeten zu Hause im Bett/ auf dem Sofa. Kinder sind anstrengend. :) Am Sonntag machten wir einen kleinen Ausflug nach Anglesea zum Strand. Das Wetter war zwar nicht gerade grossartig, aber das machte uns nichts aus. Nach Fish & Chips und einigen Stunden Spass im Sand war der Tag auch schon wieder vorbei. 





Seit dieser Woche habe ich nun Schulferien. Ich nutze die Tage um Melbourne zu erkunden, auszuschlafen, joggen und mit Freunden & Familie Zeit zu verbringen. Dieses Wochenende kommen auch Graham & Jill wieder nach Hause und nächste Woche fahre ich mit Leah nach Adelaide. Und so geht der Monat zu Ende. Zweieinhalb Monate in Australien! Die Zeit vergeht wie im Flug! 
Ich hoffe auch ihr hattet einen schönen September. Ich freue mich nun auf den Sommer. Und ihr? Winter? ;)


Sonntag, 2. September 2012

Pancakes, Piraten & Prinzessinnen

Uuff....fast drei Wochen sind vergangen seit meinem letzten Blogpost und ich versuche mich zu erinnern was alles passiert ist seither... Einerseits ist nun der Alltag eingetroffen. Ich bin nicht mehr nur Tourist sondern ich gehe regelmässig meiner Arbeit nach, verabrede mich mit Freunden oder bleibe eben auch mal einfach zu Hause. Und trotzdem ist irgendwie immer etwas los. Ich versuche an meinen letzten Blogpost anzuschliessen....wo habe ich aufgehört? Ach ja, Camp. 

Ich hatte mich also entschlossen in dieses Camp von der Kirche mit zu gehen. Ich hatte einerseits keine grosse Auswahl, da die Alternative ein Wochenende allein zu Hause bedeutet hätte. Andererseits wollte ich neue Leute kennen lernen und es nahm mich auch ein bisschen Wunder, was da so passiert in dem Camp. Freitag Abend fuhren wir los. Das Lagerhaus ist ca. 1,5h Autofahrt entfernt irgendwo mitten im australischen Busch. Obwohl eigentlich eine kurze Fahrt, erschien sie uns unendlich lang, da wir natürlich alle drei (Joanna, Rachel & ich) vergessen hatten etwas zu essen bevor wir losgingen. Wir entschieden uns also während der Fahrt bei einem McDonalds halt zu machen. Normalerweise findet man "Macas" an jeder Ecke, aber auf dieser Fahrt war das anders. Da war weit und breit nichts. Langsam wurden wir so hungrig, dass wir hinter jeder Strassenlampe eine gelb leuchtendes "M" vermuteten. Plötzlich fanden wir einen "Hungry Jacks" (so ziemlich das gleiche wie McDonalds), doch Joanna fuhr aus Versehen vorbei. Wir fuhren weiter bis wir kurz vor unserem Ziel ein KFC entdeckten, welcher noch für 10min geöffnet war. Was für ein Glück! :) Gegen 11pm kamen wir dann im Camp an. Die anderen waren schon alle da und zum Teil auch schon auf dem Weg ins Bett. Wir folgten ihrem Beispiel nach einer Tasse Tee. 
Am nächsten Morgen ging dann das eigentliche Programm los. 2 Stunden Bible study und danach 1 Stunde Predigt. Nicht unbedingt, was ich mir aus Lagern gewohnt bin. Nach dem Mittagessen spielten wir ein Spiel. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und mussten verschiedene Missionen erfüllen. Es war eigentlich ganz lustig, aber natürlich waren die Orte und Elemente im Spiel alle biblisch, genau so wie unser Teamname. Das war mir dann irgendwie doch zu viel. Nach dem Spiel und vor dem Abendessen wurde mindestens 3 mal gebetet und auch der Abend bestand aus Bible study. Am Sonntag Morgen sollten wir eine Art Meditation machen, was mir die Gelegenheit gab, mal wieder einen Moment Ruhe zu haben, auf Bärndütsch denken zu können und mich ein paar Minuten nicht mit Religion beschäftigen zu müssen. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen gläubige Menschen, im Gegenteil. Aber ich mag mich einfach nicht tagelang mit Religion beschäftigen. Alles in allem war das Camp ganz in Ordnung, aber es ist nicht gerade die einfachste Aufgabe sich als "Neue" in eine Gruppe von 50 Leuten zu integrieren, die sich alle schon seit der Primarschule kennen. Ich war dann auch dementsprechend erschöpft, als wir nach Hause kamen. 

Die Woche darauf war ziemlich ereignislos. Am Wochenende jedoch hatte ich wieder volles Programm. Am Freitag machte Steve Pizza und wo Essen ist, ist auch der Rest der Boothby Familie nicht weit weg. :)  Samstag dann ging ich mit Leah (meiner Arbeitskollegin) und ihrem Ehemann frühstücken. Pancakes mit Beeren, OJ (Orange Juice) und ein Chaï Latte stand auf meinem Speiseplan. Njammm! 
mein Frühstück
Eigentlich war geplant nach dem Frühstück zur Schule zu fahren und den Garten anzupflanzen (sogenanntes Working Bee), doch der Regen machte uns einen Strich durch die Rechnung. Ausserdem hatte der Biologielehrer, welcher die Erde bringen sollte, einen platten Reifen auf der Autobahn. Somit hatte ich plötzlich doch Zeit mit Graham, Zane's Vater, Steve und Perle zu einem richtigen Footy match im MCG-Stadium in Melbourne zu gehen. Das Spiel habe ich zwar nur teilweise verstanden, aber die Atmosphäre war super. 
Footy im MCG

Am Abend gingen wir dann mit der ganzen Familie essen in "Melbas", einem der besten Restaurants der Stadt. Das Essen war SEHR gut!!! Von einem riesigen Buffet konnte man sich von Sushi über Hummer und Indischem Curry bis zum Sunday Roast so häufig wie man wollte bedienen.  Zum Dessert gabs erneut Buffet - Käse, Früchte, Brot, Schoggifontäne, alle möglichen Arten von Mousse und mein persönlicher Favorit: Schleckzeug! :) 

Am nächsten Tag, fuhren wir alle mit nach wie vor ziemlich vollen Mägen zum Brisbane Rangers Nationalpark um ein typisches Barbecue zu machen. Der Ort war perfekt, die Kinder hatten Spass und auf dem Weg sahen wir sogar ein Teil eines Känguruhs - jawohl, wir sahen den Schwanz! :) 



Am Montag machte ich einen kleinen Touri-ausflug in die Stadt. Mit dem gratis City-Circle Tram fuhr ich einmal rund ums Stadtzentrum herum bevor ich mich dann entschliess zum Royal Exhibition Center zu gehen und dort ein bisschen durch den Park zu flanieren. Es machte Spass einmal so richtig mit Kamera ausgestattet als echter Tourist durch die Stadt zu gehen. Es ist eine völlig neue Perspektive.
Strasse in Melbourne
Royal Arcade
Dienstag bis Donnerstag war ich dann wieder an der Schule. Am Mittwoch war Book Day! Alle Kinder und Lehrer mussten sich als Buch-charaketere verkleiden und verschiedene Aktivitäten fanden statt. Mein Favorit war die "Modenschau". Manche dieser Kinder sahen einfach "zum göisse" aus. :) Ich selbst ging als Walter von "Wo ist Walter?". Einige Impressionen hier: 
Staff
Mrs. Wishy-Washy's
the pirates
the princesses
                            Und das war unser Gewinner für das beste Kostüm! :)